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Die erste Aussenwand steht und muss mit Stahlträgern befestigt werden.

Innovatives Energiekonzept für den Erweiterungsbau WUZ West II bei Pistor in Rothenburg

Mit dem Neubau des Warenumschlagzentrums WUZ West II und einem innovativen Erdspeicher-Energiesystem rüstet sich Pistor für die Zukunft. Anex verantwortete die Fachplanung HLKS sowie die integrale Gebäudeautomation für dieses Leuchtturmprojekt.

 

Pistor ist das führende unabhängige Dienstleistungsunternehmen für die Back- und Confiserie-Branche sowie für die Gastronomie und das Gesundheitswesen. Um den wachsenden Kapazitätsbedarf am Hauptsitz in Rothenburg zu decken, wurde das bestehende Logistikcenter der Grosshändlerin durch das Gebäude WUZ West II erweitert. Ein standortübergreifendes Energiekonzept ermöglicht eine fossilfreie Wärmeversorgung und zusätzlich wird erneuerbarer Strom eingesetzt. In enger Zusammenarbeit mit dem Planungsteam und dem Auftraggeber konnten die ökologischen Aspekte mit den vordergründigen Logistiknutzung vereint werden.

Effiziente Logistikerweiterung und Medienintegration

Das bestehende Warenumschlagzentrum war an seine Kapazitätsgrenzen gestossen. Mit dem Neubau WUZ West II wurde zusätzliche Fläche für Food-Produkte mit normalen Temperaturanforderungen geschaffen. Eine zentrale Aufgabe für Anex war dabei die nahtlose Anbindung der Medienversorgung an die bestehende Infrastruktur.

Das Gebäude wird heute mechanisch belüftet sowie im Bereich von 18 bis 26 Grad Celsius beheizt und gekühlt. Trotz der Komplexität, die Erweiterung an ein hochfrequentiertes Logistikzentrum anzubinden, konnte die Planung so optimiert werden, dass die Anlagen seit der Inbetriebnahme im Jahr 2024 störungsfrei und zuverlässig laufen.

Fossilfreie Wärme dank innovativem Erdspeicherkonzept

Das Herzstück der ökologischen Modernisierung bildet das entwickelte Energiekonzept. Ziel war es, den aktuellen und zukünftigen Wärmebedarf des gesamten Areals zu 100 % fossilfrei abzudecken und die bestehenden Ölkessel zu substituieren.

Als zentrale Komponente plante Anex ein imposantes Erdsondenfeld: 73 Erdsonden wurden bis in eine Tiefe von 257 Metern gebohrt, was einer Gesamtlänge von über 18 Kilometern entspricht. Das System nutzt das Erdreich als saisonalen Speicher:

Im Sommer wird die Abwärme der Kältemaschinen in das Sondenfeld geleitet, um den Erdspeicher zu regenerieren. Die gespeicherte Energie wird dafür im Winter und der Zwischensaison dem Boden entzogen und über Wärmepumpen zur Beheizung des Areals genutzt.

Durch diese phasenverschobene Nutzung der Abwärme spart Pistor jährlich durchschnittlich 100'000 Liter Heizöl ein und reduziert die damit verbundenen direkten Treibhausgasemissionen.

Technische Präzision und Leuchtturmcharakter

Die grösste technische Herausforderung bestand darin, die bestehenden Wärme- und Kältemaschinen hydraulisch so in das neue System zu integrieren, dass die volle Funktionsfähigkeit jederzeit gewährleistet blieb. Durch den internen technischen Austausch und die laufende Abstimmung mit der Bauherrschaft fand das Team von Anex projektspezifische Lösungen für die anspruchsvolle Hydraulik und Regelungstechnik.

Das Projekt in Rothenburg hat Vorbildcharakter für die Industrie. Es zeigt, wie durch intelligentes Energiemanagement und moderne Gebäudetechnik ein Grossbetrieb nicht nur wachsen, sondern gleichzeitig seine Klimaziele konsequent verfolgen kann. Für Anex markiert dieses Projekt die erfolgreiche Fortsetzung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit mit einem langjährigen Partner.

Auftraggeber

Pistor

Projektdauer

2022 - 2025

Leistungsumfang Anex Ingenieure AG
  • Fachplanung Heizung, Lüftung, Klima und Sanitär (HLKS)
  • Integrale Gebäudeautomation (GA)
  • Entwicklung eines übergeordneten Energie- und Versorgungskonzepts
  • Machbarkeitsstudie zur fossilfreien Wärmeerzeugung
  • Räumliche und technische Koordination der Medienanbindung
  • Integration neuer Systeme in die bestehende Infrastruktur
  • Begleitung der SIA-Phasen 31 bis 53
Resultate
  • Erfolgreiche Erweiterung des Warenumschlagzentrums (WUZ West II)
  • 100 % fossilfreie Wärmeerzeugung für das gesamte Areal
  • Innovativer Erdwärmespeicher mit 73 Erdsonden (18’750 m Gesamtlänge)
  • Jährliche Einsparung von rund 100’000 Litern Heizöl
  • Effiziente Abwärmenutzung durch saisonale Regeneration des Erdspeichers
  • Sicherung präziser klimatischer Bedingungen (18–26 °C) für die Food-Logistik
  • Störungsfreier Betrieb durch erfolgreiche hydraulische Einbindung der Bestandsanlagen
Mitarbeiter und Planungspartner
Remo Amiet

Stv. Projektleitung und Koreferat/QS

Christian Bussmann

Projektleitung und Fachplanung HK

Roman Basler

Fachplanung Lüftung

Markus Iten

Fachplanung Sanitär

David Steinmann

Koordination

Stephan Künzli

Gebäudeautomation


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